"Brillen ohne Grenzen"

„Brillen ohne Grenzen“. Die Aktion hilft Menschen

Man stelle sich die Situation vor: Alle „Fehlsichtigen“ in unserer arbeitenden Gesellschaft hätten plötzlich keine Sehhilfen mehr zur Verfügung. Wie wenig leistungsfähig wären wir schlagartig, wie viele Menschen würden aus dem Erwerbsprozess herausfallen und in eine Abwärtsspirale geraten.
Genau dies ist die Situation in vielen ärmeren Ländern. Es war der Kapuziner-Pater Francois-Marie Meyer, der vor über 42 Jahren die Idee hatte, gebrauchte Brillen zu sammeln und sie an jene weiterzugeben, die sich keine Sehhilfe leisten können, sie jedoch dringend bräuchten, um in Alltag und Arbeitswelt bestehen zu können.
Heute ist es derVerein Lunettes sans Frontiere (L.S.F.) – „Brillen ohne Grenzen“ – der diese Idee dauerhaft weiterführt und eine europaweite Anlaufstelle für gebrauchte Brillen geschaffen hat, die von hier aus in bisher 56 verschiedene Länder der Welt versandt werden.
Als Bernd Ackermann, Schulleiter des Privat-Gymnasiums Pindl in Regensburg, sich eine neue Brille kaufte, wurde er auf die Aktion „Brillen ohne Grenzen“ aufmerksam und gab den Wunsch, diese Sache trägerweit zu unterstützen, sofort an Geschäftsleiter Detlef Ammon weiter.

 

Über einen Rundbrief an Eltern und Schüler von Pindl-Realschule und Gymnasium wurde die Sammel-Aktion  gestartet: „Wir waren völlig überrascht über die positive Resonanz“, sagt Ammon. Über 300 Brillen und zahlreiche Etuis – „die ja auch wichtig sind“ – konnten am vergangenen Donnerstag in der Regensburger Sammelstelle an Karola Lorek, Inhaberin von Optik Lorek in der Gesandtenstraße, übergeben werden. Die Brillen müssen nun zunächst gereinigt, dann einzeln ausgemessen und gegebenenfalls repariert werden; zuletzt werden sie mit den jeweiligen Dioptrien-Werten am Gläserrand beschriftet. Nach der Sortierung in Herren-, Damen- und Kinderbrillen und entsprechender Verpackung kommen die Brillen an die mittlerweile europaweit bekannte Anlieferstelle im Saarland. Partner wieder Rotary Club St. Wendel/Saar und die Gudd-Zweck UG unterstützen denVerein seit Jahren.
Er habe bis dato nichts von der Aktion „Brillen ohne Grenzen“ gewusst, sagt Ammon. Man erhoffe sich langfristig „mehr Sensibilität“ in der Bevölkerung, durch Aufklärung und Werbung, damit wertvolle Sehhilfen nicht  weggeworfen werden, sondern jenen zugute kommen, die darauf angewiesen sind. Gesammelt werden auch Briefmarken und Postkarten, mit deren Verwertung als Sammler-Pakete wiederum ein Teil der benötigten Portokosten finanziert werden kann. Wer die langfristig und nachhaltig angelegte Aktion unterstützen möchte, findet alle Informationen unter www.brillen-ohne-grenzen.de.

VON ELISABETH ANGENVOORT (MZ 16.12.19)