友誼, das heißt Freundschaft auf Chinesisch

Der deutsch-chinesische Austausch mit der Hubin High School/Xiamen läuft seit 2006

Es ist fast nicht möglich, die Eindrücke nach dem zweiwöchigen China-Austausch in ein paar Zeilen wiederzugeben. Zu vielfältig waren dafür die Erlebnisse. In Peking angekommen, waren die Schülerinnen und Schüler zunächst von den Sehenswürdigkeiten beeindruckt: beispielsweise der riesige Kaiserpalast mit den 999 Räumen und den goldenen Dächern (die Farbe Gold war dem Kaiser vorbehalten) und die ebenso vielen Stufen, die zum Besteigen der Chinesischen Mauer zu bewältigen waren. Zum Staunen brachte uns diese Megacity vor allem aber auch durch ihre Verkehrsdichte, die modernen Hochhäuser und die Menschenmassen. Da tat es gut, sich in einem kleinen Hotel in einem der noch wenigen verbliebenen Hutongs erholen zu können und gleichzeitig ein Stück authentisches chinesisches Alltagsleben mitzubekommen. 

Was die Schülerinnen und Schülern jedoch am nachhaltigsten beeindruckte, war die Gastfreundschaft in den Familien unserer Partnerschule in Xiamen/Provinz Fujiang. Viele der Gasteltern sprachen kein Englisch, und trotz der Sprachbarriere war klar, was ihnen am Herzen lag: sie taten alles, damit sich ihr Gast aus Deutschland in ihrem trauten, chinesischen Heim wohl fühlte. Es wurden Spezialitäten gekocht und Ausflüge und Unternehmungen gemacht. 

 

Mit den chinesischen Partnerschülern war die Kommunikation weitaus einfacher, denn diese lernen ebenso Englisch wie unsere Schüler, wenngleich für die Chinesen natürlich diese Sprache viel schwieriger ist als für uns. Den gesamten Tag in der Schule von acht Uhr morgens bis halb sechs Uhr abends zu verbringen und anschließend noch seitenweise Hausaufgaben zu erledigen, ließ die deutschen Schüler staunen. Der lange Schulbesuch begründet sich u.a. durch die Pausen über den Tag hinweg, die von den Schülern sehr häufig für sportliche Aktivitäten genutzt werden. 

Längst werden wir bei unseren zweijährlichen Besuchen der Hubin High School als alte Freunde wahrgenommen. Die Schule gehört zu den besten in Xiamen - dies wird an der Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die Universitätseingangsprüfung (entspricht unserem Abitur) bestehen, festgemacht. Es handelt sich um eine topmoderne Schule mit einem herzlichen Umgang miteinander, sowohl unter Schülern als auch unter Lehrkräften und seitens der Schulleitung. Natürlich unterscheidet sich aber für uns die Schule durch typisch chinesische Merkmale, wie etwa der wöchentliche Morgenappell, bei dem 2.500 Schüler und 200 Lehrkräfte strammstehen, während die Fahne gehisst und die Nationalhymne gesungen wird, oder aber die zahlreichen Kameras, die sich in den Klassenzimmern und auf dem Schulgelände befinden.

Unsere Schülerinnen und Schüler kehren heim mit der Erfahrung, dass vieles genauso ist wie bei uns, jedoch auch mit einer langen Liste von "Aha-Erlebnissen", die die weite Reise auf jeden Fall unvergesslich werden lassen. 

G. Pernul, Begleitlehrkraft