Global Lunch – Das Auge isst mit

Eineinhalb Jahre hat das P-Seminar Fairtrade unter der Leitung von Frau Manzke daran gearbeitet, das Fairtrade-School-Siegel für unsere Schule zu erlangen. Nach unzähligen Aktionen, wie der fairen Rosenaktion zum Valentinstag oder Informationsständen an sämtlichen Elternabenden sollte es nun am 18.01.2018 endlich soweit sein. Im Rahmen der Veranstaltung eines Global Lunchs wurde dem Privat-Gymnasium Pindl endlich das heiß ersehnte Logo übergeben. Doch wir kamen nicht nur mit den Klassen 6a und 10a sowie wichtigen Vertretern der Pindl-Schulfamilie zusammen, um gemeinsam die Siegelverleihung zu feiern, sondern auch, um die ungerechte Verteilung des Reichtums auf der Welt vor Augen zu führen. Alle Teilnehmer wurden per Los, wie es schließlich auch im echten Leben passiert, in die Kategorien „Entwicklungsland“, „Schwellenland“ und „Industrieland“ eingeteilt und durften in Form eines Mittagsessens am eigenen Leibe spüren, wie groß doch die Unterschiede auf der Erde sind. Während die Industrienationen ein 3-Gänge-Menü serviert bekommen haben, mussten sich die Schwellenländer mit einer Schüssel Reis mit Gemüse und Soße, die Entwicklungsländer sogar nur mit einer kleinen Portion trockenem Reis zufriedengeben.

Fair TradeDiese ungerechte Verteilung sorgte für die ein oder anderen ungläubigen und neidischen Blicke unter den Teilnehmern. Doch es freute uns sehr, dass sich alle Teilnehmer ausnahmslos auf dieses Experiment eingelassen haben und etwas für sich mit nach Hause nehmen konnten. Auch die anschließende Feedbackrunde war durchweg positiv. Die Worte eines Jungen aus der Klasse 6a bleiben uns allen wohl noch lange im Gedächtnis. Er war in die Industrienationen eingeteilt worden und sagte, ihm würden die Entwicklungsländer besonders leid tun und er hätte sein 3-Gänge-Menü unglaublich gerne mit ihnen geteilt, da sie nicht nur trockenen Reis zu essen bekamen, sondern zusätzlich auch ganz hinten im Raum auf einer kalten Bank saßen. Wir zeigten den Schülerinnen und Schülern sowie den Vertretern der Pindl-Schulfamilie nicht nur die Ungerechtigkeit der Welt auf, sondern auch, was sie selbst dagegen tun können – unter anderem, indem sie mehr Produkte mit dem Fairtrade-Siegel kaufen. In einer Präsentation und mehreren Kurzfilmen erfuhren die Teilnehmer von den Vorteilen der fair gehandelten Produkte und konnten auf diese Weise nachvollziehen, weshalb sich das P-Seminar so stark für einen faireren Schulalltag einsetzt. Um unsere Schule auch nach unserem Abgang weiterhin mit dem „Fairtrade-Schools“-Siegel schmücken zu dürfen, möchten wir euch, liebe Schülerinnen und Schüler, nun dazu auffordern, den Schulalltag auch weiterhin gerecht zu gestalten und unser Projekt in Form eines freiwilligen Wahlfaches weiterzuführen. Gerne könnt ihr euch hierzu unverbindlich in den Listen, welche im Schulhaus aufgehängt sind, eintragen und euch nächstes Jahr für die gute Sache einsetzen!

Melinda Held vom Fairtrade-Team