Metalle, Kunststoffe, Farben … Wie ein Auto entsteht

Die Q11 Kurse C1 und C2 besuchen das Werk der BMW Group in Neutraubling

Der Blick auf ein Auto verändert sich, wenn gesehen hat, wie eine Karosserie aus einer Rolle Rohstahl entsteht. Von den Coils bis zum fertigen Auto, das alle 57 Sekunden blitzend vom Band läuft, war die Überschrift über die Werksführung der BMW Group am 18.01.2019. Die beiden Chemie-Kurse von Frau Schmaußer und Herrn Dr. Dürhammer trafen sich am Tor 2 des großen Werksgeländes in Harting. Nach Abgabe der Handies, Sicherheitseinweisung und Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung ging es im Presswerk los. Hier wird der täglich angelieferte Rohstahl, der in vier riesigen Pressen in die gewünschten Karosserieteile tief gezogen. Diese Teile werden dann in der zweiten besichtigten Werkshalle von hunderten orange roter Roboter zu einer der sieben Autotypen zusammengeschweißt. Menschen braucht man nur noch zum „Beladen“ der Maschinen, weil die Teile immer in der gleichen Art und Weise den Robotern hergerichtet werden müssen. „Das ist noch zu aufwändig für die Technik“, wird uns erklärt, „an dieser Stelle ist ein Mensch billiger“. 98% der Karosseriearbeiten werden automatisiert hergestellt.

 

In der Fertigungshalle sehen wir dann die klassischen Fließbandarbeiten, die aber doch einige Überraschungen für uns parat hatten: Extreme Sauberkeit, gutes Licht, angenehme Farben, gute Luft, einfache Symbolsprache auf den Boxen, leise Musik, Räume für Entspannung, Information über gesunde Ernährung. Für jeden Arbeiter werden die Autos in eine individuelle Höhe gehoben, damit man ergonomisch entspannt arbeiten kann. Schwere Gegenstände, wie Türen oder Reifen, werden von Mensch und Maschine gemeinsam bewegt. „Der beste Antrieb sind unsere Mitarbeiter“, liest man auf Motivationsplakaten in den Hallen. Bei den wiederkehrenden Handgriffen werden die Arbeiter bis zu vier mal am Tag an wechselnde Aufgaben herangeführt, so dass keine zu große Monotonie entsteht.

Am Ende der Bänder läuft ein fertiges Auto nach dem anderen vom Band, jedes individuell konfektioniert, Lenkrad rechts für Kapstadt, Katzenauge auf den Kotflügeln für die USA, ein Sportwagen in rot, ein Familienfahrzeug in grün, … kein Auto ist gleich … 1100 am Tag.

Interessante Aspekte wurden von den Schülern bei Zwischenfragen angesprochen. Man arbeitet bei BMW daran, nur Teile zu verwenden, die wiederverwertbar sind. Immerhin sind es 23.000 verschiedene Teile, die ein Auto ausmachen. Wasser und Rohstoffe werden auf dem Werksgelände aufbereite oder getrennt gesammelt und wiederverwendet. Das Thema Umwelt- und Ressourcenschonung spielt hier eine sehr große Rolle. 35 Buslinien bringen die 9000 Mitarbeiter jeden Tag zu den zwei Arbeitsschichten. Wir nutzen auch den Bus um nach 2,5 Stunden wieder nach Regensburg zurückzufahren. Eine eindrucksvolle Exkursion.

 

O. Dürhammer